Im Test: WordPress-Templates von Flothemes

Wer sich schon einmal damit beschäftigt hat, sich mit WordPress eine eigene Homepage zu basteln, kommt um das Thema Premium-Templates nicht herum. Kostenlose Lösungen reichen für die grundlegendsten Dinge zwar aus, bieten aber wenig Funktionen für Ambitionierte und Professionals. Es gibt unzählige Templates von unzähligen Entwicklern – der auf dem Markt noch recht junge Hersteller solcher Theme-Vorlagen Flothemes ist einer davon. Seine Templates sind schön anzuschauen, wirken modern, strotzen aber vor kleinen Bugs, Fehlern und fehlenden Funktionen. Die WordPress-Themes von Flothemes – ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Flothemes Templates

Ansprechendes Design

Wer einen Blick in das Theme-Portfolio von Flothemes geworfen hat, kann nicht bestreiten, dass die zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Textes 13 Designs allesamt Zucker fürs Auge sind. Große Slider, wenig Text – allen liegt ein moderner, schlichter Look zugrunde, der die jeweiligen Bilder in den Vordergrund rückt. Das sagt schon etwas über die Zielgruppe aus: Foto- und Videographen sollen primär angesprochen werden, für die textlichen Inhalte von Bloggern sind die Templates weniger geeignet.

Auch im Detail wirken die einzelnen Templates auf den ersten Blick wohldurchdacht und in sich stimmig. Für die eher nostalgisch-klassisch orientierten Enduser sind Serifenschriftschnitte und viele kursive, elegante Optionen in Kombination mit edlen weißen Bilderrändern im Programm. Wer es etwas moderner mag, kann sich für die serifenlosen und bildschirmfüllenderen Varianten entscheiden.

Leichte Installation

Gleich nach dem Kauf des Templates erhält man per Mail viele Informationen und übersichtliche Anleitungen, wie die Installation auf der WordPress-Seite funktioniert. Selbst wer sich noch nicht so recht mit WordPress zurechtfindet, erledigt die Installation des Themes in wenigen Minuten und kann loslegen, seine eigenen Seiten zu bauen. Zusätzlich gibt es einige kostenlose Guides zu Themen rund um WordPress, so etwa zu den optimalen Bildgrößen und zu erfolgreicher SEO. Der Enduser wird hier in keinem Fall allein gelassen – man kümmert sich, und das ist angenehm!

Hilfsbereiter Support

Beim Kauf einer Lizenz für ein beliebiges Template erwirbt man gleichzeitig ein Support-Ticket, das für 24 Monate ab Kaufdatum gültig ist. Damit hat man die Möglichkeit, die Entwickler bei Bugs, Verständnisproblemen und Funktionsfragen jederzeit zu kontaktieren. Was nicht enthalten ist: die individuelle Programmierung von Funktionen und die Anpassung der Homepage an die Wünsche des Kunden. Wenn man das nicht selbst erledigen kann oder will, bietet Flothemes verschiedene Servicepackete an, die aber allesamt recht teuer sind. Daher kann nur gelten: Selbst ist der Mensch!

Die versprochene Hilfestellung bei Bugs und Fragen ist tadellos. In meinem Fall meldete sich der Support immer zügig und konnte in den allermeisten Fällen auch effizient zur Lösung des Problems beitragen. Man zeigte sich auch stets kulant, wenn es etwa darum ging, doch eine kleine Funktion, die das Theme normalerweise nicht bereitstellt, zu implementieren. Bei dieser Fülle an Fehlern und Bugs, die ich mit meinem Theme namens Cube erleben durfte, ist ein guter Support aber auch unerlässlich.

Problematisch: Viele Bugs

Jeder, der als Softwareentwickler arbeitet weiß, dass Software nie perfekt ist. Gerade im Anfangsstadium ist man verstärkt auf Kundenrückmeldungen angewiesen, um sein Produkt zu verbessern und konkurrenzfähig zu machen. Doch für meinen Geschmack haben die Entwickler zumindest mein Theme Cube in der Beta-Phase schon zum vollen Preis von etwa 250 Euronen veröffentlicht. Ein wirklich fundiertes Release sieht anders aus.

1. Individuelle Formatierungen werden nicht immer gespeichert

Da wären erstens einige wenige Formatierungseinstellungen, die man zwar vornehmen kann, die das Template aber partout nicht übernehmen möchte. Stattdessen behält es die Standardeinstellungen bei. Das gilt besonders für zu versteckende Textabschnitte, Überschriften, Schriftarten und Schriftgrößen. Alles kann zwar theoretisch ändern, aber aufgrund nicht funktionierender Algorithmen eben nicht praktisch. Menschen ohne Programmierkenntnise sind in diesem Fall chancenlos.

2. Platzhaltertexte sind teilweise nicht abänderbar

Zweitens ist es möglich, die verschiedenen Platzhaltertexte abzuändern. Doch tatsächlich fehlen einige Schaltflächen, sodass sich einige Texte überhaupt nicht ändern lassen. Benutzt man also ein Modul mit der Überschrift »Wedding« und soll »Wedding« durch »Hochzeit« ausgetauscht werden, existiert für einzelne Module dafür einfach keine Einstellung. Es bleibt dann nichts anderes übrig, als vorübergehend auf ein anderes Modul zu wechseln.

3. Wenig Individualisierbarkeit

Dann wäre da noch drittens der Mangel an Individualisierbarkeit. Vieles lässt sich auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen und abstimmen – aber eben für meine Begriffe nicht genug. Etwa sind die Abstände zwischen den einzelnen Modulen nicht immer anpassbar. So entstehen Lücken, wo keine sein sollen, und dort, wo man gerne etwas Platz hätte, kann man keinen einfügen. Auch gibt es keine Option, die Bildgrößen und die Seitenverhältnisse einzustellen. Man muss sich leider mit den starren Vorgaben des Templates zufriedengeben.

4. Starres Seiten- und Modullayout, geringe Flexibilität

Wo wir auch schon bei viertens wären – dem starren Layout der Template-Module und der Seitenvorlagen. Bis zu einem gewissen Grad ist es normal, dass sich WordPress-Seiten und -module nicht komplett anpassen lassen. Gerade darin liegt ja auch ein Vorteil, ist die Gefahr doch weitestgehend gebannt, die Homepage zu heterogen zu gestalten.

Doch die Module und Seitenvorlagen des Cube-Flothemes lassen sich abgesehen von Schriftart und -größe so gar nicht anpassen – entweder man lebt mit den Vorgaben der Entwickler oder man lässt es. Bilder sind nicht verschiebbar, Abstände zwischen Titeln, Überschriften und Textkörper lassen sich nicht definieren. Entscheidet man sich dann, beispielsweise einen Untertitel einfach wegzulassen, klafft an seiner statt einfach eine Lücke, die in Kombination mit den restlichen Elementen nicht immer professionell und gewollt aussieht.

5. Lange Ladezeiten

Zuletzt möchte ich fünftens noch auf die recht langen Ladezeiten hinweisen. Anfangs war die Geschwindigkeit recht gut, doch je mehr (individualisierte) Inhalte, Custom-CSS-Codes etc. dazukamen, desto langsamer wurde meine WordPress-Seite. Ein Beispiel: Zuletzt musste ich beim Aktualisieren einer Seite etwa 20 bis 30 Sekunden warten bis ich weiter arbeiten konnte. Mein jetziges Theme erledigt die Aktualisierung innerhalb von 2 Sekunden.

Ein Pluspunkt: Die (meist) kostenlosen Plugins

Viele Entwickler stützen die volle Funktionalität ihrer Templates auf Plugins Dritter, die meistens kostenlos nur eingeschränkt nutzbar sind. Flothemes verzichtet weitestgehend auf diese Politik – der Entwickler stellt eine ganze Handvoll eigens programmierter Plugins bereit, die kompatibel mit allen Themes sind und diese sinnvoll ergänzen. Die meisten davon, wie beispielsweise das Plugin zum Erstellen von detaillierten Formularen, sind kostenlos und ihr Funktionsumfang hängt nicht von weiteren Kosten ab. Auf jeden Fall ein Pluspunkt!

Fazit

Für einen sehr hohen Preis (!) von etwa 250 Euro pro Template und Lizenz kann man als Enduser deutlich mehr erwarten. Auch wenn der Service top ist und man sich mit jedem Problem vertrauensvoll an den Support wenden kann: Auf Dauer kostet das Nerven und Zeit. Für den Wechsel zu einem anderen Template-Entwickler waren für mich maßgeblich zwei Dinge ausschlaggebend: Die geringe Individualisierbarkeit des Seitenlayouts und der Module und die vielen kleinen Bugs, die auf den ersten Blick nicht auffallen, bei tieferem Einstieg in die Materie aber wirklich stören. Die Konkurrenz bietet schon ab 30 Euro aufwärts deutlich günstigere und vor allem flexiblere und finalere Alternativen.

Zusammengefasst steckt im Cube-Theme besonders für Nutzer, die gerne mit Vorlagen arbeiten und sich wenig mit individuellen Funktionen beschäftigen wollen, großes Potential, mit geringem Aufwand eine visuell ansprechende Webpräsenz zu gestalten. Aber zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Blogbeitrages wirkt das Template von Flothemes weniger wie ein fertiges Release denn vielmehr als ein Projekt, das noch in der Betaphase steckt.

2 Kommentare

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Waldemar Rosenfeldantworten
2018-12-04 um 7:11 am

Hallo Cristian!
Danke für dein Artikel er hat mir sehr geholfen. Eine Kundin von mir wollte nähmlich ein Template von Flohthemes kaufen, und ich sollte ihr die Website erstellen. Aber wenn ich das hier lese was ich mir auch schon vorher teilweise gedacht habe werde das vH woll doch auf Divi von elegantthemes umsteigen da kann man wenigsten jede Kleinigkeit einstellen. Flohthemes würde ich dann eher als Inspiration für den Seitenaufbau etc.. nehmen.

Danke dir nochmal für den ausführlichen Beitrag

Chrisantworten
2018-12-05 um 10:51 am
– Als Antwort auf: Waldemar Rosenfeld

Hej Waldemar,
vielen Dank für deine Rückmeldung zu dem Artikel. Es freut mich, dass er dir bei deiner Entscheidung etwas weiterhelfen konnte! Die Themes von Flothemes sind wirklich sehr starr und dazu äußerst teuer, wenn man sich die Konkurrenz anschaut. Ich möchte keine konkrete Werbung für einen Anbieter machen, kann dir aber den allgemeinen Tipp geben, dass man auf themeforest.net sehr viele und sehr gute Themes findet. Viele davon sind absolut individualisierbar und kommen sogar zusätzlich noch mit normalerweise kostenpflichtigen Plugins. Und das zu einem Bruchteil des Preises eines Flothemes-Templates…
Cheers
Chris

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